Equines Sarkoid

Hier möchte ich einen Überblick geben über die Krankheitsgeschichte von Lagsi und seinen Equinen Sarkoiden.
Ich hoffe, dass ich damit vielleicht sogar jemandem helfen kann, dessen Pferd an der gleichen Krankheit leidet.
Alle, die kein Blut sehen können oder Probleme mit "ekligen" Bildern haben, muss ich bitten, diese Seite nicht weiter nach unten zu scrollen...

Für alle Laien gibt es auf der folgenden Seite eine gute Erklärung, was Sarkoide eigentlich sind:
Hippocane-Forum zum Equinen Sarkoid   -   der Link funktioniert jetzt übrigens wieder!
 

So, nun aber zu Lagsi und seiner Krankheitsgeschichte:

Im Mai 1999 (Lagsi war hier 6 Jahre alt) erstes Auftreten eines ES am Schlauch, ca. walnußgroß, verschwand nach 2-maligem Unterspritzen mit BCG-Vaccinen und Abbinden mit einem Gummiring

Im April 2000 trat das Sarkoid am Schlauch wieder auf, es war wieder walnußgroß. Ebenso wurde eine kleine Stelle am rechten hinteren Augenwinkel festgestellt
Mai/Juni 2000 beide Sarkoide verbessern sich nach je 2-mailgem Unterspritzen mit BCG-Vaccinen
Das Sarkoid am Schlauch ist seit Sommer 2000 nicht mehr aufgetaucht! (Toi-toi-toi!)
Das Sarkoid am Auge blieb etwa erbsgroß vorhanden und hat sich sehr lange überhaupt nicht mehr verändert.
März 2002
Das ES war ein wenig gewachsen, ungefähr auf Mandelgröße, ich bat meinen damaligen Tierarzt, es mit BCG-Vaccinen zu unterspritzen, da ich damit ja sehr gute Erfahrungen gemacht hatte.
Nach ca. 2 Wochen platzte die Stelle auf und mein Tierarzt behandelte jetzt nur die Wunde an sich, heute weiß ich, dass er hier anders hätte vorgehen müssen, aber dazu später mehr.
Nachdem die Wunde nach einigen Wochen geschlossen war, wurde das Sarkoid nicht weiter behandelt, es blieb in der Größe von ca. 2,5 cm Durchmesser.

Ende des Jahres wuchs es ein wenig an, aber ich ließ es noch nicht weiter behandeln, da ich mich erst nach einem neuen Tierarzt umsehen wollte, denn Lagsis Behandlung war mehr als unerfreulich verlaufen. Gespritzt werden konnte er nur mit Sedierung und bei der Wundbehandlung gab es dann ein riesiges Theater, als Tierarzt und zwei Helferinnen mitsamt Nasenbremse zu dritt an meinem steigenden Pferd hingen. Nachdem er die Tage danach absolut still stand, als ich ihn alleine behandelte, wußte ich, dass es auch anders geht und ich einen Tierarzt finden mußte, der einfach nur nett zu meinem Pferd ist.
Den fand ich dann zum Glück in Frau Dr. Pluskat von der Pferdeklinik Dr. Bayer / Dr. Horstmann in Ludwigshafen, bei der ich mich auf diesem Weg nochmal allerherzlichst bedanken möchte für die hervorragende Behandlung und den liebevollen Umgang mit meinem Pferd!

Soweit zur Vorgeschichte, jetzt zum aktuellen Krankheitsverlauf, unterlegt mit Fotos:

Februar 2003 - plötzliches Wachstum des ES auf ca. Walnußgröße

Am 12.02.03 waren wir zum Ultraschall in der Klinik, da sich unterhalb des eigentlichen Sarkoids (am Unterlid) eine fluktuierende Umfangsvermehrung befand, diese wurde punktiert und es lief einiges an Flüssigkeit ab, wahrscheinlich Tränenflüssigkeit, die nicht auf normalem Wege ablaufen konnte, da der Tumor wohl einen Tränenkanal verstopfte. Nach der Punktion war diese große Beule weg, aber schon am nächsten Tag hatte sie sich wieder gefüllt.
Am 19.03.03 wurde der Tumor mit BCG-Vaccinen unterspritzt, die nach einigem Suchen glücklicherweise doch noch bestellt werden konnten. Wer darüber genauere Informationen benötigt, maile mir bitte.
Anfang April platzte die Stelle hinter dem Auge auf und eiterte, wurde allerdings nicht größer und heilte wieder zu.
09.04.2003
Am 15.05.03 war die Läsion mit Narbenbildung abgeheilt, die Umfangsvermehrung zeigte sich unverändert.
Am 28.05.03 wurde die intratumorale Injektion mit BCG-Vaccinen wiederholt.
Vier Tage später (01.06.03) kam es zu einer sehr viel größeren Schwellung, die das ganze Auge ziemlich zudrückte.
Inzwischen hatte sich der Tumor wohl auch in die Höhle am Unterlid ausgebreitet, wo vorher noch die Flüssigkeitsansammlung gewesen war, das Gewebe an dieser Stelle fühlte sich nun fest an.

Ich habe dann unterstützend die ganze Stelle mit Propolis-Tinktur eingerieben, weil ich gelesen hatte, dass schon ganze Sarkoide damit verschwunden sein sollen, aber das hat wohl auch nicht so wirklich den auslösenden Effekt gehabt.
Am 10.06.03 platzte dann wieder eine Stelle auf und eiterte - Bild ist vom 11.06.03

und wurde stetig größer, hier am 16.06.03

Ich spülte das ganze mit Salzwasser, brachte vorsorglich Augensalbe ein - glücklicherweise hat das Auge selbst aber über die ganze Zeit keine Entzündung abbekommen - und zog Lagsi nun eine Fliegenhaube auf, um nicht noch eine Infektion oder Verunreinigung durch Fliegeneier zu provozieren.

Am 18.06.03 war Frau Dr. Pluskat bei uns und reinigte die Wunde gründlich, es gelang ihr sogar, einiges von dem abgestorbenen Gewebe einfach abzutragen. Sie bestellte uns für nächste Woche in die Klinik, um unter Sedierung das Ganze mal so richtig zu untersuchen und das abgestorbene Gewebe wegzunehmen, damit der Körper das nicht alles herauseitern muss.

Übrigens muss ich jetzt doch noch mal gesondert anmerken, dass Lagsi bisher ALLE dieser Behandlungen völlig ohne Narkose oder sonstige Gewalt hat über sich ergehen lassen. Mehrfache Spritzen in das Gewebe, herumkratzen mit einem Spatel in der Wunde und das Herausdrücken des Eiters, was von den Schmerzen her wohl das unangenehmste gewesen sein muss. Man sieht also, dass es sehr viel daran liegt, wie man mit dem Tier umgeht, und jetzt muss ich mich nochmals bei Frau Dr. Pluskat und ihren Helferinnen bedanken und werde immer saurer über den anderen Arzt, bei dem der arme Lagsi so toben mußte...

So waren wir dann am 23.06.03 zur Behandlung in der Klinik. Unter der Sedierung konnte sehr viel von dem abgestorbenen Tumorgewebe entfernt werden, so dass ein richtig tiefes Loch entstand. Leider bekam ich daraufhin die Nachricht, dass ich Lagsi so erstmal nicht mit nach Hause nehmen könne und so mußte er erstmals in seinem Leben über Nacht in der Klinik bleiben.
Am nächsten Morgen 24.06.03 war ich natürlich wieder dort, als er das zweite mal unters Messer kam. Nun war kaum mehr von dem tumorösen Gewebe übrig, anscheinend hatten die BCG-Vaccine ganze Arbeit geleistet und all das absterben lassen, was verändert war. Nun kam das gesunde Fleisch zum Vorschein, das Loch ist zwar immer noch tief, aber nun muss es eigentlich nur noch zuheilen

Hier sieht man, wie tief die Pinzette in dem Loch am Unterlid verschwindet:

Ein Blick nach oben, wo der ursprüngliche Tumor gesessen hatte:

Am 25.06.03 konnte ich Lagsi dann erstmal mit nach Hause nehmen und nun mußte ich selber jeden Tag den Tupfer wechseln. Das war eine sehr eklige Sache, erst den alten Tupfer aus dem Loch herausziehen, der natürlich mit Eiter getränkt war, dann die Höhle mit Salzwasser spülen und den restlichen Eiter herausstreichen, dann Augensalbe auf den Tupfer auftragen und den gesamten Tupfer in das Loch versenken. Das fand Lagsi am Unangenehmsten, aber im Großen und Ganzen hat er sich wieder ganz toll behandeln lassen, ich bin richtig stolz auf ihn - und auf mich auch, habe ich doch bei der Behandlung immer mehr Routine gekriegt...
Am 30.06.03 waren wir dann noch einmal in der Klinik - hoffentlich erstmal zum letzten mal! Noch einmal wurde die Wunde gesäubert und der hoffentlich letzte Rest des Tumorgewebes herausgeholt, auf jeden Fall sieht die ganze Stelle insgesamt sehr viel dünner aus, jetzt muss nur noch das gesunde Gewebe wieder zusammenwachsen, also nichts weiter als eine stinknormale Wundheilung.
Hier ein Foto, als ich ihn aus der Klinik mit nach Hause genommen habe, er hatte sich im Sägemehl gewälzt und dabei den Tupfer eingestaubt, deswegen sieht das so komisch aus, aber man sieht deutlich, wieviel besser es insgesamt geworden ist.

01.07.03 - nochmal ein eindrucksvolles Bild vom offenen, gesäuberten Loch,

das jetzt schon so viel kleiner ist, dass nur noch ein halber Tupfer hineinpaßt.

07.07.03
Nun paßt überhaupt kein Tupfer mehr in die Wunde, man sieht auch deutlich, dass sie beginnt, zuzuheilen und ich lasse sie jetzt einfach offen:

17.09.03
Inzwischen ist die Wunde völlig verheilt und das Auge sieht wieder normal aus. Groß und offen und gesund.
Allerdings sitzt wohl doch ein Rest des Tumors im oberen Augenwinkel. Direkt am Pferd fällt es kaum auf, auf dem Bild hier schon eher.


 

26.11.03

Heute waren wir wieder in der Klinik und Frau Dr. Pluskat operierte den letzten Tumorrest hinaus, es konnte diesmal direkt (von hinten) geschnitten werden, da dieses Stück nicht so nah am Lidwinkel saß. Lagsi hat die OP wieder super gut überstanden, die Wunde ist völlig ohne Komplikationen verheilt!

Der Blick in die Wunde nach der OP:

beim Nähen:

Und das hier ist der Übeltäter. Sieht in der Makro-Aufnahme natürlich schrecklich groß aus, war aber "nur" ca. 1,5 cm groß.

Nach zwei Tagen konnte ich Lagsi wieder mit nach Hause nehmen und nach 10 Tagen war ich nochmal für 10 Minuten in der Klinik zum Fädenziehen, alles ist seitdem super verheilt.
Das beste war aber das Ergebnis der histologischen Untersuchung: es waren keinerlei Tumorzellen mehr vorhanden, das heißt es handelte sich um durch die BCG-Vaccine der letzten Behandlung abgestorbenes Gewebe und gibt Anlass zur Hoffnung, dass Lagsi an dieser Stelle kein Sarkoid mehr bekommen wird!

08.01.04

Der Rest des Sarkoids ist nur noch zu erkennen, wenn man ganz genau hinschaut:

30.06.06

Bis heute alles unverändert, der kleine Knubbel am Auge ist nur zu erkennen, wenn man es weiß und danach sucht.
 
 

Soweit erstmal zum jetzigen Stand.

Bitte drückt Lagsi die Daumen, dass er gesund bleibt!!!
 

Sollte jemand Fragen haben zur genaueren Behandlung, schickt mir doch bitte eine Mail an lagsi@gmx.de

Eure Christiane

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