Lagsi

Lagsi (isl.) = Kumpel !!!



 
 
 
Lagsi ist mein erstes eigenes Pferd, nachdem ich 18 Jahre lang immer nur fremde Pferde geritten habe und genau so lange auch feste gespart habe, konnte ich ihn mir im Sommer 1998 endlich kaufen.
 
 
 
Er war damals 5 Jahre jung,
gerade mal ein wenig angeritten,
und ich konnte mir so mein Pferd 
selber ausbilden und formen, 
so wie ich es mir vorstelle.

 

Lagsi frá Lýsuhóli wurde im Spätsommer
1993 in Island geboren.


 
Sein Vater ist der Hengst Tímon frá Lýsuhóli, ein wunderschöner
Rappe mit sehr guten Noten u.a. für den Paß, er ist ein Sohn von
Ótur frá Sauðárkróki. Den gesamten Auszug aus dem Veraldar
Fengur (Abstammung, Körnoten, Nachkommen) gibt es hier.
Lagsis Mutter heißt Prinsessa frá Urriðaá, ist eine alte
(mittlerweile 25 J.?) Rappscheckstute, deren Vater
leider unbekannt ist. Aber angeblich ist sie sehr angenehm
zu reiten und hat Endlostölt. Genau wie Tímon lebt sie
immer noch auf Lýsuhóll (Snaefellsnes) in Island.

 
1998 wurden Tímon und Prinsessa
noch einmal zusammen auf die Weide
gelassen, aber daraus ist dann leider
doch kein Fohlen enstanden. Schade,
sonst hätte Lagsi jetzt ein Geschwisterchen...

Nach Deutschland kam Lagsi schon im Alter von 9 Monaten und wuchs hier unter besten Bedingungen auf, in fast völliger Freiheit
auf einer großen Wiese mitten im Wald (bei guten Freunden übrigens, die wir von Zeit zu Zeit auch sehr gerne besuchen). Er hat
also Island bestimmt nicht sehr vermißt, und für sein Immunsystem war der frühe Import bestimmt auch sehr gut, denn er zeigt
bis heute keinerlei Anzeichen von Sommerekzem, ein Glück...
 
Dies war mein erster Eindruck von
Lagsi, als ich ihn am 1.7.98 kaufte,
er war noch ziemlich schmal (okay,
das ist er heute noch) und ist in dem
nächsten Jahr dann noch gute 10 cm
gewachsen! Allerdings wird er nie zu
der Sorte "kugeliges, viel zu schnell
zunehmendes Pony" gehören:
Geritten habe ich Lagsi in der ersten
Phase mit vier Zügeln, ein Paar an
der Trense und das andere am Halfter,
das ist eine sehr gute Methode, um
Jungpferde schonend an das Gebiß im
Maul und die Zügelhilfen zu gewöhnen,
man kommt so nicht in Versuchung, die
Trense als "Notbremse" zu benutzen:
Die Ankaufsuntersuchung mußte
im (Paß)tölt gemacht werden, das ist
natürlich ein bißchen schwierig, wenn
ein Pferd nicht traben kann, aber die
Gangart Trab war für Lagsi lange Zeit
ein Buch mit sieben Siegeln!

Lagsi ist übrigens Fünfgänger, d.h. er beherrscht auch noch die Gangarten Tölt und Rennpaß. Wobei man sagen muß, daß seine
Lieblingsgangart absolut der Tölt ist, zwei Jahre lang ist er keinen einzigen Schritt getrabt, damit fängt er erst jetzt so langsam an,
und für den Rennpaß ist er auch noch ein wenig jung. Aber wir arbeiten daran und ich bin sicher, daß es gar nicht mehr so lange
dauert, bis ich Lagsi in allen fünf Gängen richtig reiten kann!

Beim ersten Arbeiten konnte Lagsi erstmal nur Paßtölt laufen, und das in jedem Tempo. Ich habe ihn eine ganze Weile so laufen
lassen, bis er immer besser sein Gleichgewicht gefunden hatte. Sicher ist es für ein junges Pferd immer besser, wenn man diese
Arbeit im Trab machen kann, aber das ging in dem Fall ja leider nicht. Sogar das Galoppieren mußte ich ihm erst beibringen, von
sich aus lief er einfach nur immer schneller im Paß. Aber das ging dann alles ziemlich schnell und sobald Lagsi sich besser auf die
Hinterhand setzen konnte, die Zügel- und Schenkelhilfen annahm und sich selbst besser ausbalancieren konnte, war es auch kein
Problem mehr, den Tölt zu finden.
 
Und schon bald stellte sich heraus, daß der
taktklare Tölt Lagsis absolute Lieblingsgangart
ist. Er zeigt ihn bei jeder Gelegenheit, auch in der
Herde habe ich ihn nie traben sehen, selbst wenn
es bergauf ging! Der Takt ist da beim Freilaufen:
als auch bei durchhängendem Zügel unter dem Sattel. Dies
ist so unsere bevorzugte Fortbewegungsart im Gelände, und auch beim Turnier sind
wir schon in der
Töltprüfung 1.1 mitgeritten.
Und auch, mit etwas Spannung, in durchaus ansprechender Qualität. Die Vorhandaktion ist natürlich nicht berauschend, aber für mich ist er trotzdem der Beste, auch wenn wir nicht beim Turnier vorne mitmischen können!